Kompostwerk

Kompostwerk

Die GAL Lippe hat das Kompostwerk Lemgo für 20 Jahre von der Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe gepachtet. Hier erfolgt die Behandlung des Bioabfalls in der Vergärungsanlage.

Annahme

Die Bioabfälle aus der getrennten Sammlung werden in einen Tiefbunker abgekippt. Der Bunkerboden ist mit einem hydraulisch angetriebenen Schubrahmen zur Förderung und Dosierung der Bioabfälle auf das nachfolgende Förderband ausgestattet. Der befahrbare “walking floor” dient zur Dosierung der erforderlichen Strukturmaterialien    (vorzerkleinerter Baum- und Strauchschnitt) zu den Bioabfällen.

Über ein Dosierband und eine Verteilwalze wird der Bioabfall einem Sternsieb zugeführt, das den Siebdurchgang von < 80 mm vom Überlauf trennt. Das Oberkorn wird in den Schraubenmühlen zerkleinert und einem 2. Sternsiebdeck zugeführt. Das Unterkorn < 60 mm aus der 2. Siebstufe wird gemeinsam mit dem des 1. Siebes direkt in die Vorrotte gefördert. Der Siebüberlauf (ca. 10 % vom Inputmaterial) besteht zu ca. 30 % aus Folien, Textilien und anderen Störstoffen. Er wird extern verwertet.

Zwei Überbandmagnete dienen zur Abtrennung von Eisen – Metallen. Die metallhaltigen Störstoffe werden in einen Sammelcontainer abgeworfen und über den Schrotthandel entsorgt.

 

 

Vorrotte In 14 Intensiv-Rotteboxen wird der Bioabfall optimal auf die Vergärung vorbereitet. Die Abfälle lagern 3-5 Tage in den Vorrotte-Boxen. Danach wird der Bioabfall in die Vergärung gefördert. Die Entleerung erfolgt automatisch über den Schubboden und weitere Spiralförderer.

Vergärung Im luftdicht abgeschlossenen Fermenter zersetzen methanbildende Bakterien den zerkleinerten Bioabfall und bilden dabei das energiereiche Gas Methan (CH4), auch Biogas genannt. Insbesondere leicht abbaubare Materialien, wie Rasenschnitt, Speisereste etc., die bei der Kompostierung zu Geruchsproblemen führen können, werden so in kurzer Zeit weitgehend zu Biogas umgesetzt. Das durch die Methanbakterien erzeugte Gas wird im oberen Bereich des Fermenters abgezogen und zur Gasaufbereitung geleitet. Die erzeugte elektrische Energie (ca. 6 Mio. kWh pro Jahr) wird direkt in das öffentliche Netz eingespeist. Die Anlage produziert für ca. 1.500 Haushalte Strom aus regenerativer Energie und trägt somit erheblich zur CO2-Minderung (Einsparung von rund 30.000 t CO2 aus fossilen Brennstoffen) bei. Das flüssige Presswasser wird mit der Abwärme aus dem BHKW (Blockheizkraftwerk) eingedickt, hygienisiert und zur weiteren Abgabe an die Landwirtschaft in einem Lagerbehälter zwischengelagert. Die feste Phase mit einem Trockensubstanzanteil von ca. 40 % wird zur Nachrotte in 9 Rotteboxen zurückgeführt und unter Beimischung von zerkleinertem Strukturmaterial weitere 20 Tage kompostiert.

 

 

Abluft

Über große Abluftkanäle wird die geruchsbeladene Luft aus der Rottehalle mittels großer Ventilatoren abgesaugt und zunächst durch die Wäscher gedrückt.
In einer sauren und in einer alkalischen Phase werden die Gerüche gebunden (Behandlungskapazität von je 50.000 cbm Abluft pro Stunde).
Zur weiteren Desodorierung wird die Luft durch einen nachgeschalteten Biofilter geleitet.

Nachrotte

Ein Transportband fördert den ausgereiften Kompost aus der Rottehalle in die Lagerhalle. Hier wird der Kompost fein aufbereitet (abgesiebt und von Störstoffen befreit) und zwischengelagert. Danach wird er an Landwirtschaft, Landschaftsbau, Gartenbau und Privatabnehmer abgegeben. Die Kompostierungsanlage wird von der GAL-Lippe (Gesellschaft für Abfallentsorgung Lippe) betrieben, die diese Anlage für einen Zeitraum von 20 Jahren gepachtet hat.